Kardiologie

Kardiologie – Die Herzmedizin

Die Kardiologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit dem Herz und dem Kreislaufsystem befasst. Kardiologen sind Fachärzte, die Erkrankungen des Herzens, der Blutgefäße und des Blutkreislaufs diagnostizieren und behandeln. Die Herzmedizin ist ein essentieller Bestandteil der modernen Medizin, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen in vielen Ländern die häufigste Todesursache darstellen.

Das Herz und seine Funktion

Das Herz ist ein muskulöses Hohlorgan, das etwa so groß wie eine Faust ist und sich in der Brusthöhle befindet. Es funktioniert als eine doppelte Pumpe, die Blut durch den Körper zirkuliert.

Das Herz besteht aus vier Kammern: dem linken und rechten Vorhof sowie der linken und rechten Hauptkammer (Ventrikel). Durch die Herzklappen wird sichergestellt, dass das Blut in die richtige Richtung fließt. Bei jedem Herzschlag zieht sich der Herzmuskel zusammen (Systole) und entspannt sich wieder (Diastole), wodurch das Blut gepumpt wird.

Die Hauptaufgabe des Herzens ist es, sauerstoffreiches Blut vom Lungenkreislauf in die Körperperipherie zu pumpen und sauerstoffarmes Blut zurück zur Lunge zu transportieren. Ein erwachsener Mensch hat etwa 5 bis 6 Liter Blut, das das Herz permanent in Bewegung hält. Ein ruhender Herzschlag erfolgt etwa 60 bis 100 Mal pro Minute.

Häufige Herzerkrankungen

Es gibt viele unterschiedliche Herzerkrankungen, die zu verschiedenen Symptomen und Komplikationen führen können. Hier sind einige der häufigsten:

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)

Herzrhythmusstörungen treten auf, wenn das Herz unregelmäßig schlägt – entweder zu schnell, zu langsam oder in einem ungeordneten Rhythmus. Dies kann sich durch Herzklopfen, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Brustbeschwerden äußern. Während manche Arrhythmien völlig harmlos sind, können andere gefährlich werden und erfordern ärztliche Behandlung.

Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Die Herzinsuffizienz bedeutet, dass das Herz nicht mehr ausreichend Blut pumpen kann, um den Körper mit der nötigen Menge Sauerstoff zu versorgen. Dies kann zur Folge haben, dass sich Flüssigkeit in den Beinen, der Lunge oder anderen Organen ansammelt. Symptome sind Müdigkeit, Atemnot, geschwollene Knöchel und schneller Herzschlag. Die Herzinsuffizienz ist eine chronische Erkrankung, die mit Medikamenten und Lebensstiländerungen behandelt werden kann.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Die koronare Herzkrankheit entsteht, wenn die Arterien, die das Herz mit Blut versorgen (Koronararterien), durch Ablagerungen verengt oder blockiert werden. Dies kann zu mangelnder Durchblutung des Herzmuskels führen. Im schlimmsten Fall kann eine vollständige Verstopfung einen Herzinfarkt verursachen. Risikofaktoren für die KHK sind Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel, Rauchen, Übergewicht und Diabetes.

Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Blutdruck ist dauerhaft zu hoch, was das Herz und die Blutgefäße belastet. Bluthochdruck führt oft zu keinen spürbaren Symptomen, weshalb er häufig erst spät entdeckt wird. Eine regelmäßige Blutdruckkontrolle ist daher wichtig.

Warnzeichen und Notfälle

Es ist wichtig, auf Warnzeichen zu achten, die auf ein Herzproblem hindeuten können. Folgende Symptome sollten ernst genommen werden:

  • Brustschmerzen oder Brustdruck – besonders wenn sie in den Arm, den Hals oder den Kiefer ausstrahlen
  • Unerklärliche Kurzatmigkeit oder Atemnot in Ruhe oder bei leichter Belastung
  • Starkes oder unregelmäßiges Herzklopfen (Palpitationen)
  • Ohnmacht oder schwere Schwindel
  • Unerklärliche Müdigkeit oder Schwäche
  • Geschwollene Knöchel, Beine oder Bauch
  • Starke Kopfschmerzen oder verschwommenes Sehen

Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder einen anderen lebensbedrohlichen Herzzustand sollte sofort der Rettungsdienst unter der Nummer 112 alarmiert werden. Typische Zeichen eines Herzinfarkts sind plötzliche starke Brustschmerzen, die in die Arme oder den Kiefer ausstrahlen, Atemnot, Übelkeit und Angstzustände. Im Notfall ist schnelles Handeln entscheidend.

Prävention und herzgesunde Lebensweise

Die beste Medizin ist die Prävention. Eine herzgesunde Lebensweise kann das Risiko für Herzerkrankungen erheblich senken. Folgende Maßnahmen sind empfohlen:

Gesunde Ernährung

Eine ausgewogene, herzfreundliche Ernährung reduziert das Risiko für Herzkrankheiten. Dies bedeutet, viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und mageres Protein zu essen. Gesunde Fette aus Fisch, Nüssen und Olivenöl sind wertvoll, während gesättigte Fette und Transfette reduziert werden sollten. Der Salzkonsum sollte moderat sein, um Bluthochdruck zu vermeiden.

Regelmäßige Bewegung

Sportliche Aktivität stärkt das Herz und verbessert die Durchblutung. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Ausdauerbewegung pro Woche, wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Auch Krafttraining trägt zu einer guten Herzgesundheit bei. Es ist wichtig, vor Beginn eines neuen Trainingsprogramms einen Arzt zu konsultieren.

Gewicht halten

Übergewicht belastet das Herz zusätzlich. Ein gesundes Körpergewicht zu halten oder zu erreichen reduziert das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und koronare Herzkrankheit.

Auf Rauchen verzichten

Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Das Nikotin verengt die Blutgefäße und erhöht den Blutdruck. Mit dem Rauchen zu aufzuhören ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Herzgesundheit zu verbessern.

Stress reduzieren

Chronischer Stress kann negative Auswirkungen auf das Herz haben. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, tiefe Atemübungen oder einfach nur Zeit in der Natur können helfen, Stress abzubauen und die Herzgesundheit zu fördern.

Alkohol in Maßen

Ein moderater Alkoholkonsum kann Teil eines herzgesunden Lebensstils sein, aber Überkonsum ist schädlich. Männer sollten nicht mehr als zwei alkoholische Getränke pro Tag zu sich nehmen, Frauen nicht mehr als eines.

Regelmäßige Untersuchungen

Regelmäßige Arztbesuche und Kontrollen des Blutdrucks, des Cholesterinspiegels und des Blutzuckers sind wichtig, um Herzrisiken frühzeitig zu erkennen. Dies ist besonders wichtig, wenn es Herzerkrankungen in der Familie gibt.

Ärztliche Beratung

Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Sie Bedenken bezüglich Ihrer Herzgesundheit haben oder Symptome verspüren, die Sie beunruhigen, konsultieren Sie bitte immer einen Arzt oder einen Kardiologen. Ihre Apotheke steht Ihnen auch gerne für Fragen zu Herzmedikamenten und deren Verwendung zur Verfügung.

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